Neuer Vorstand der Freien Wähler Suhl (v.l.n.r.): Sylvia Hamatschek, Karin Rennert, Ingrid Ehrhardt, Hermann Klett, Jennifer Gottwald. Frank Keiner ist Vorsitzender der Freie-Wähler-Fraktion im Stadtrat Suhl. (Foto: Jürgen Gerbig)
Hermann Klett ist der neue Vorsitzende des Vereins Freie Wähler Suhl. Jennifer Gottwald und Ingrid Ehrhardt wurden als Stellvertreterinnen gewählt, Sylvia Hamatschek als Schatzmeisterin und Karin Rennert als Schriftführerin. Die Freien Wähler trafen sich Montagabend im Achat-Hotel zu ihrer regulären Wahlversammlung. Neu im Vorstand ist die Lehrerin Jennifer Gottwald, die seit zwei Jahren Mitglied im Verein ist und für die Freien Wähler im Kulturausschuss des Stadtrates als Sachkundige Bürgerin agiert. Hermann Klett, Sachkundiger Bürger im Finanzausschuss, war bereits als stellvertretender Vorsitzender aktiv. Er übernahm kommissarisch das Zepter nach dem Wegzug der langjährigen Vereinsvorsitzenden Brigitte Günkel.
Im Rechenschaftsbericht hob Hermann Klett noch einmal die Leistungen seiner Vorgängerin hervor und bedankte sich für ihr unermüdliches Engagement in den vergangenen Jahren. Ebenso würdigte er die Leistungen der Freien-Wähler-Stadträte in der letzten und jetzigen Legislatur. "Wir werden auch weiterhin als politisch unabhängiger Verein, also als Verein, der nicht von Parteiinteressen gelenkt wird oder auf solche Rücksicht nehmen muss, für die Bürger unserer Stadt Suhl eintreten", versprach er. Ziel sei es, sichtbarer und lauter für die Menschen aller Generationen in Suhl und den Ortsteilen zu werden. "Wir müssen einfach näher ran, zielstrebiger das Gespräch in der Öffentlichkeit suchen, durch Aktionen Aufmerksamkeit erreichen, den Bürgern Kommunalpolitik nahebringen und sie zum Mittun einladen, vor allem auch jüngere Menschen", führte er aus. "Wir haben schmucke Bänke an Wanderwegen gesponsert, der Waffenschmied-Brunnen erhält seit Jahren von uns ein Osterkleid. Suhl soll ausstrahlen, das werden wir weiter beherzigen", verweist Hermann Klett auf künftige Verschönerungs-Aktionen.
Gut gestaltet sich auch die Zusammenarbeit mit der Fraktion, die aktiv im Stadtrat und den Ausschüssen wirkt. "Auf der Agenda stehen mehrere Vorhaben", erklärte der Vorsitzende. Dazu gehöre unbedingt die Stadtgestaltung - von Parkflächen über den Rückbau von unsicheren und in der Unterhaltung teuren Tunnelanlagen für Fußgänger, der Ausbau von Radwegen oder die Freilegung von Flussläufen sowie die Gestaltung von Freiflächen in diesen Bereichen. "Wir müssen uns dabei offensiver und konsequenter für den gezielten Einsatz von Fördermitteln stark machen. Die Gelder sollten endlich dort Verwendung finden, wo uns die unansehnlichen Ecken, Flächen und Wasserfälle schon lange ärgern", erinnerte Hermann Klett an Vorhaben aus dem Programm der Freien Wähler und ist sich darin mit Fraktionsvorsitzenden Frank Keiner völlig einig.
Ingrid Ehrhardt, Stellv. Vorsitzende des Vereins Freie Wähler Suhl
Was haben wir Freien Wähler eigentlich geleistet?
Wir haben viel für die Suhler Bürgerinnen und Bürger getan. Das Problem ist nur: Vieles davon sieht keiner – oder es wird einfach nicht ausreichend wahrgenommen. Unsere Politik war immer geprägt von Sachlichkeit, Pragmatismus und Ehrlichkeit – nicht von Populismus oder leeren Versprechungen. Das führt mich zu einer wichtigen Frage: Müssen wir lauter werden? Müssen wir näher an die Menschen herangehen? Und müssen wir mehr tun, um neue Mitglieder zu gewinnen – besonders jüngere Menschen? Eines steht aber fest: Wir sind und bleiben eine politisch unabhängige Wählervereinigung. Das ist und bleibt unser Anspruch.
Die großen Projekte der letzten Jahre
Viele wichtige Entscheidungen für Suhl wurden schon vor Jahren getroffen. Der Stadtumbau war schwierig, aber notwendig – genauso wie der Abschied von Suhl-Nord. Nicht alles ist wie geplant aufgegangen – denkt nur an das Gewerbegebiet an der Autobahn.
Aber manches haben wir erfolgreich hinbekommen:Für all das haben wir Freien Wähler uns konsequent eingesetzt – das ist Fakt.
Die Kommunalwahl 2024
Die letzte Kommunalwahl war stark von Bundespolitik und dem Thema Migration geprägt. Unsere siebenköpfige Fraktion hat sich aktiv für Verbesserungen in der Stadt eingesetzt. Gleichzeitig haben Populisten an Zustimmung gewonnen. Wir dagegen haben Verantwortung übernommen, Forderungen gestellt und Lösungen eingefordert. Mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten sind wir in den Wahlkampf gegangen. Vier von ihnen haben ein Mandat geholt: Jens Triebel, Frank Keiner, Jana Saft und Thomas Linde. Dazu kommt Dr. Hofmeier, der unsere Fraktion wieder verstärkt. Trotz unserer kleineren Fraktionsgröße tragen wir große Verantwortung – in Ausschüssen, Aufsichtsräten und als Beigeordnete. Diese Kompetenz müssen wir einfach deutlicher nach außen zeigen.
Zusammenarbeit mit Zella-Mehlis und das Oberzentrum-Projekt
Auch die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern in Zella-Mehlis haben wir wieder gestärkt. Gemeinsam mit Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen unterstützen wir das Projekt "Oberzentrum". Fünf Jahre Zusammenarbeit, Fördermittel, Konzepte und erste Ergebnisse – das spricht für sich. Aber zuletzt haben politische Widerstände das Projekt ins Wanken gebracht. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten.
Die weltpolitische Lage und unsere lokale Verantwortung
Die Situation in der Welt wirkt natürlich auch bis in unsere Kommunen hinein. Darauf haben wir wenig Einfluss. Aber auf Suhl – da können wir etwas bewegen. Und es gibt genug zu tun:
Ein paar praktische Dinge
Noch etwas Organisatorisches: Im Frühjahr sollten wir nach unseren gesponserten Bänken schauen. Und natürlich wird auch 2026 der Waffenschmied wieder ein Osterkleid bekommen – das ist Tradition.
Hermann Klett, bisher Stellv. Vorsitzender, jetzt neuer Vorsitzender des Vereins Freie Wähler Suhl