Ringbergschule Suhl-Nord (Foto: Karl-Heinz Frank, Quelle: Freies Wort Suhl)
Warum Freie Wähler Suhl/Die Grünen für eine Schließung der Ringbergschule spätestens zum Schuljahr 2029/30 gestimmt haben
Die Entscheidung des Stadtrates mit großer Mehrheit, die Ringbergschule spätestens zum Schuljahr 2029/30 zu schließen, ist für viele Eltern, Kinder und Lehrkräfte ein schwerer Einschnitt. Wir verstehen die Sorgen der Elternschaft der Ringbergschule sehr gut. Eine Schule ist weit mehr als ein Gebäude: Sie ist ein vertrauter Ort, ein Stück Nachbarschaft und für viele Familien ein wichtiger Anker im Stadtgebiet.
Gerade weil uns das bewusst ist, haben wir uns nicht leichtfertig, sondern nach Abwägung der Gesamtverantwortung für die Stadt Suhl für diese Entscheidung ausgesprochen. Warum "spätestens" und nicht "frühestens"? Die bisherige Formulierung "frühestens 2029/30" hätte keine echte Planungssicherheit geschaffen. Sie hätte die Frage, ob und wann die Ringbergschule tatsächlich geschlossen wird, weiter offengelassen. Für Eltern, Kinder, Lehrkräfte, die Verwaltung und die Schulaufsicht wäre damit eine jahrelange Ungewissheit verbunden geblieben. Mit dem Beschluss "spätestens 2029/30" wird hingegen ein verbindlicher Zeithorizont gesetzt. Ein bereits begonnener Grundschuldurchgang kann noch zu Ende geführt werden. Gleichzeitig können Übergänge, Schulwege, Personaleinsatz und investive Entscheidungen rechtzeitig und geordnet vorbereitet werden.
Die Entscheidung folgt der Realität
Suhl steht vor einem deutlichen demografischen Wandel. Die Geburtenzahlen und die Prognosen für die kommenden Einschulungsjahrgänge zeigen, dass in Zukunft deutlich weniger Kinder die Grundschulen besuchen werden. Gleichzeitig fehlen Lehrkräfte, und die Stadt Suhl verfügt nicht über die finanziellen Mittel, um alle bisherigen Schulstandorte dauerhaft in vollem Umfang zu erhalten, zu sanieren und personell abzusichern. Auch die aktuelle Berichterstattung verweist auf sinkende Schülerzahlen und schwierige Geburtenprognosen als zentrale Gründe der Schulnetzplanung.
Hinzu kommt: Der Stadtrat hat zuvor beschlossen, die Schmiedefelder Schule nicht zu schließen. Dadurch entfiel die dort ursprünglich vorgesehene Einsparung. Die Schließung der Grundschule Heinrichs bleibt hingegen weiterhin im Beschluss enthalten. Wenn ein Schulstandort erhalten bleibt, der ursprünglich zur Schließung vorgesehen war, muss die Stadt an anderer Stelle eine verlässliche und finanzierbare Entscheidung treffen.
Die Entwicklung des Ringbergs
Die Ringbergschule liegt in einem Stadtteil, dessen künftige Entwicklung sich grundlegend verändert. Das bisherige Wohngebiet soll zum Holzkompetenzzentrum umgebaut werden. Damit wird langfristig die Zahl der Familien mit Grundschulkindern im unmittelbaren Umfeld sinken. Auf dem Ringberg befinden sich zudem eine weitere Schule. Vor diesem Hintergrund ist eine Konzentration der Ressourcen unrealistisch und die Minimierung ein notwendiger Teil einer verantwortungsvollen Schulnetzplanung.
Durch die Aufhebung der Schulsprengel bleibt den Eltern zudem die Möglichkeit der freieren Schulwahl erhalten. Die Schulbus-Transportzeiten können im gesetzlich vorgegebenen Rahmen organisiert werden. Insbesondere für Kinder aus Gehlberg wäre bei einer Schließung der Schmiedefelder Schule die Einhaltung dieser Vorgaben deutlich schwieriger gewesen. Unsere Verantwortung gilt der gesamten Stadt.
Wir wissen, dass diese Entscheidung vor allem die Goldlauterer und Suhl-Nord-Familien trifft. Deshalb ist es wichtig zu betonen: Es handelt sich nicht um eine Abwertung der Ringbergschule, ihrer Leistungen, ihrer Lehrkräfte oder ihrer Elternschaft. Die Schule hat sich verdient gemacht und ist ein wichtiger Teil des Stadtteillebens.
Als Stadtratsfraktion müssen wir jedoch die Stadt Suhl als Ganzes verantworten: die Finanzkraft, die demografische Entwicklung, den Lehrkräftebedarf, die Verteilung der Standorte und die Zukunftsfähigkeit des gesamten Schulnetzes. Eine Schule nur deshalb offen zu halten, weil der Beschluss zeitlich unbestimmt bleibt, wäre keine Lösung – sie würde die Probleme lediglich in die Zukunft verschieben.
Wir nehmen die Kritik und die Sorgen der Eltern ernst. Der Beschluss bietet nun aber die Möglichkeit, den Übergang transparent, sozial verträglich und mit ausreichend Vorlaufzeit zu gestalten. Dafür werden wir uns weiterhin einsetzen.
Frank Keiner, Freie Wähler Suhl